Das Internet ist mehr als Facebook und YouTube

By | 30. Juni 2012

Immer wieder bin ich erstaunt, wie wenig einige junge Menschen über das Internet Bescheid wissen. Ich muss Studenten erklären, was sich hinter Google Docs verbirgt, was ein Blog ist oder dass man nicht unbedingt bei dem kaufen sollte, der sich eine Fernsehwerbung leisten kann. So kennen zum Beispiel meine Cousinen einzig fluege.de und ab-in-den-urlaub.de, um einen Urlaub zu buchen. Dabei hat die ComputerBild kürzlich einmal wieder schlechte Noten für die obigen Portale vergeben. Das Internet besteht für diese hinterherhinkenden Hinterweltler nur aus Facebook und YouTube. Dort verbringt man Stunden und gibt später in der Bewerbung an, internetaffin zu sein.

(Grafik: Gerd Altmann  / pixelio.de)

Apropos Cousinen. Ich habe zwei davon, Zwillinge. Eine Zerreißprobe für meine Nerven. Jetzt hat die eine von denen vor, demnächst zu heiraten. Die Eltern sind nicht so begeistert davon, da sie gerade einmal vor einem Jahr ihre Ausbildung abgeschlossen hat und er seine abbrach und jetzt als Taxifahrer über die Runden kommt.

Geld ist nur bedingt verfügbar. Dennoch soll es etwas Besonderes sein. Wie wäre es dann mit kostenoptimierten Services aus dem Internet? Zum Beispiel Hochzeitskarten auf grusskarten-bestellen.de bestellen. Ist schließlich ein seriöser Dienst der Deutschen Post.

So einen Vorschlag sollte man lieber bei der Sorte Mensch nicht machen. Denn dann hat man gleich einen Auftrag an Land gezogen. Aber einen von der unbezahlten und nervenkostenden Art. Nicht, weil das Auslösen der Bestellung ein Problem wäre. Nein, es ist die Unentschlossenheit des Brautpaars.

Ein Appell an alle, die das Internet ausschließlich dazu nutzen, Pinnwandeinträge auf Facebook zu posten und Videos auf YouTube anzuschauen. Das Internet hat viel mehr anzubieten, vor allem sinnvollere Sachen, die einem entweder das Leben erleichtern oder das Portmonnee schonen. Bitte beschäftigt Euch damit!

6 thoughts on “Das Internet ist mehr als Facebook und YouTube

  1. Stefan

    Es sind doch nicht nur die jungen Menschen, die manchmal erschreckend wenig wissen. Vielleicht setzen wir, die wir uns sicher und v.a. lange im Netz bewegen, zu hohe Maßstäbe?
    Dennoch, mehr als Youtube und Facebook gibt es allemal, v.a. de Bloggerszene ist so schön vielfältig!

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  2. Peter

    Nun, vielleicht liegt es nur daran, dass die Studenten das Internet selektiv nutzen und es nicht gestalten wollen, sondern nur gebrauchen. Die heutige Jugend kennt zum grossen Teil wohl nur noch Facebook. Facebook ist in meinen Augen für die User nur Zeitverschwendung.

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  3. Ali

    Bei Menschen Ü40 habe ich nicht diese hohen Erwartungen. Jeder nach seiner Zeit. Wenn ein 26-jähriger Studenten nichts von Google Docs gehört hat, dann läuft da etwas schief. Gleicher Student postet jedoch jeden Mist auf Facebook.

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  4. Sophia

    Wo du jetzt die Flugvergleichsdienste ansprichst: War vor kurzem selber so doof! Habe Flüge nach Füdafrika gesucht und bin die Portale hoch und runter, um nach dem besten Angebot zu suchen. Am Ende habe ich dann bei der Fluggesellschaft selbst angerufen und die hatten dann auch den mit großem Abstand besten Preis für mich. Man verblödet, wenn man sich auf die Werbung verlässt, an statt auf seinen eigenen gesunden Menschenverstand.

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  5. Bärbel

    Junge Menschen nutzen im Internet halt vor allem das, was im TV und anderswo aggressiv beworben wird. Frei nach dem Motto: Wenn alle es kennen und ständig darüber reden, dann muss es ja gut sein. Und schließlich will ja jeder auch in der virtuellen Welt “dazugehören”. So bleiben viele hochwertige Internetseiten leider Insidertipps. Und den Wirbel um Facebook werde ich eh nie verstehen. Schätze, die heutige Jugend ist äußerst extrovertiert, wenn sie jedes noch so persönliche Detail so bereitwillig preisgibt.

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  6. Christian

    Hallo, vollkommen richtig. In den Augen Vieler besteht das Web nur noch aus diversen“ Social Media Sites“. Dies ist aber zu kurz gegriffen und ein Trugschluss. Wie man nicht zuletzt auch an der eher schwachen IPO von Facebook sieht hat der“ Social Media Hype“ den Höhepunkt bereits überschritten. Das Internet kann viel mehr als Pinnwandeinträge, wer dieses Potenzial als User nicht nutzt ist selber schuld.

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