Ghost Rider, Ghostwriter und was Moral damit zu tun hat

Was ein Ghost Rider ist, wissen wohl die meisten seit der Verfilmung mit Nicolas Cage im Jahre 2011. Ich selbst habe mir den Streifen nicht angesehen. Scheint sich auch nicht zu lohnen. Auf IMDB ist er von der Community mit 4,5 von 10 Punkten bewertet worden. Richtig schlecht. Ursprünglich ist der Ghost Rider ein Team um einen schwedischen Motorradfahrer gewesen, der waghalsige und vor allem schnelle Fahrten auf meist öffentlichen Straßen durchgeführt hat. Ich bin mir sicher, dass wir unisono solche Aktionen für nicht angebracht erachten.

Anders kann es dabei beim Thema Ghostwriter sein. Ein Ghostwriter ist ein Autor, der im Auftrag einer anderen Person schreibt. Das beginnt wohl bei Liebesbriefen und hört bei Doktorarbeiten auf. Es gibt Seiten im Netz, auf denen man professionelle Ghostwriter finden und diese mit der Ausarbeitung eines Textes beauftragen kann. Doch ist es ethisch vertretbar, eine Ausarbeitung als seine eigene zu präsentieren?

Aber zunächst einmal zur Fragestellung was ein Ghostwriter für einen Studenten, Doktoranden etc. überhaupt macht:

  • Literaturrecherche
  • Gliederungsunterstützung für Ihre Arbeit
  • Unterstützung beim Verfassen Ihrer gesamten Arbeit
  • Überarbeitung von Arbeiten (Korrektorat, Lektorat, Übersetzung, Plagiatsprüfung)
  • Ergänzung oder Abschluss von Arbeiten
  • Unterstützung bei statistischen Datenauswertung oder sonstigen empirischen Untersuchungen
  • Unterstützung auch bei englischsprachigen Texten,
  • Hardcopy-Anfertigung ihrer Arbeit

Der Punkt, der einigen und mir hier besonders missfällt, ist der dritte Punkt: Unterstützung beim Verfassen der Arbeit.

Obwohl ich der Meinung bin, dass auch die Literaturrecherce, das Auswerten von Statistiken etc. zu den Aufgaben eines Akademikers gehören, könnte ich hier ein Auge zudrücken, wenn man sich externe Hilfe holen würde. Auch das Korrekturlesen oder die Plagiatsprüfung sind Aufgaben, die man nicht unbedingt selbst durchführen kann. Ständig überliest man denselben Fehler. Und die Plagiatsprüfung ist seit Karl Theodor zu Guttenberg ein besonderes Augenmerk der Prüfstellen.

Bei der kompletten Ausarbeitung der Arbeit durch einen Fremden tue ich mir jedoch schwer. Ich könnte das moralisch nicht mit mir vereinbaren, und die ganze Sache würde mich mein Leben lang verfolgen. Aber vielleicht gehöre ich ja zu einer Minderarbeit und Ghostwriting ist ein Dienst wie jeder andere, den man im Netz buchen kann.

Wie steht Ihr dazu, einen Ghostwriter zu engagieren? Findet Ihr eine Inanspruchname ethisch vertretbar?

(Foto: Günter Havlena  / pixelio.de)

2 Gedanken zu “Ghost Rider, Ghostwriter und was Moral damit zu tun hat

  1. Moin,
    in Zeiten von eBooks mit Selbstvermarktung durch den Autor sind einige Punkte als Unterstützung sicherlich hilfreich. Wobei ich die abschließenden Arbeiten eher meine. Die Vorbereitung und Erstellung MEINES Buches will ich selber machen.

    Gruß
    Wolfram

    • WolfsPad wäre übrigens ein cooler Name für ein Tablet. Sowohl im englischen als auch im deutschen Raum gut aussprechbar.

      Würde mir den Namen schützen lassen :)

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