Lassen sich Googles Algorithmen so einfach manipulieren?

Simon / Pixabay

Die NBC kritisiert in einem recht frischen Beitrag Google – und ist der Meinung, die Auswahl der Suchergebnisse wird vornehmlich durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst. Doch ist das wirklich so?

Eines sollte klar sein: Unfehlbar sind die Algorithmen von Google nicht und eine Manipulation ist sicherlich möglich. Diese Auffassung vertritt auch Noah Berlatsky, der bei der NBC entsprechende Ausführungen veröffentlicht hat. Er bezieht sich dabei auf Studienerkenntnisse von Safiya U. Noble, die an der University of Southern California tätig ist.

Simon / Pixabay (auch Grafik oben)

Ein Beispiel gibt es direkt dazu: Wer nach „asian girls“ googelt, bekommt keine Infos zu den kulturellen Begebenheiten, den Hintergründen oder auch zum Leben entsprechender Personen. Stattdessen werden allen voran pornografische Inhalte in die Suchergebnisse gespült. Bis vor kurzer Zeit galt dies auch noch für Suchanfragen wie zum Beispiel „black girls“. Diesen Vergleich kann man auch in der deutschsprachigen Google Suche anstellen. Für „black girls“ erscheinen inzwischen vornehmlich Suchanfragen zu Firmen, bei „asian girls“ sind zwielichtige beziehungsweise zweideutige Suchergebnisse zu finden.

Verfolgt Google damit eigene, finanzielle Interessen?

Google eigene wirtschaftliche Interessen sollen hierbei im Fokus stehen, wie der NBC-Autor ausführt. Einerseits würden natürlich bezahlte Anzeigen via AdWords ausgespielt, andererseits würden die organischen Resultate der Suchergebnisse von den Unternehmen und Seiten besetzt, die größere Budgets für SEO Maßnahmen zur Verfügung stehen haben. Somit – so Berlatsky – sind die Google Ergebnisse und damit auch die Algorithmen manipulierbar.

Die Unterstellung, Google würde in solchen Fällen nicht die besten Ergebnisse präsentieren, sondern die lukrativsten, steht im Raum.

Ein weiteres Beispiel für ein solches Vorgehen sieht der Autor bei der Suche nach Religionen. Eine Suche nach dem Judentum soll so zum Beispiel Inhalte mit antisemitischen Gedankengängen auswerfen. Zumindest in der deutschen Google Suche lässt sich dies nicht bestätigen.

Generell aber sieht Berlatsky hierin das Problem, dass viele Nutzer den angezeigten Inhalten direkt ihr Vertrauen schenken würden. Das Hinterfragen bliebe oft aus. Würden so antisemitische Inhalte verbreitet, könnte dies zu einem Problem führen. Die Monopol-Stellung von Google würde somit zu einem Problem und es gäbe keine großartige Kontrolle.

Was für Alternativen kommen in Frage?

Zuletzt empfiehlt Berlatsky, öffentliche Portale zur Informationsbeschaffung einzurichten, die von Wissenschaftlern, Lehrkörpern oder auch anderen Experten auf dem aktuellsten Stand gehalten werden können. Fehlerhafte Informationen sollen so vermieden werden.

Umsetzbar ist dies aus meiner Sicht nur schwerlich. Und dabei ist durchaus auch klar, dass Google durch seine Reichweite viele Möglichkeiten hat. Inwieweit diese auch ausgenutzt werden, vermag ich nicht zu bewerten.

Allerdings: Google optimiert die eigenen Ergebnisse fortlaufend

Google allerdings arbeitet immer wieder daran, die Suchergebnisse zu verbessern und nimmt ständig Veränderungen vor. Dabei sind es nicht nur Anpassungen am Algorithmus, sondern auch das Vorgehen gegen Fake News, was eine Rolle spielt.

Dennoch: Beeinflussbar ist die Google Suche und sind somit auch die Suchergebnisse. Daran wird sich wohl auch nichts verändern.

Um in Zukunft die Suchergebnisse professionell und hochwertig zu gestalten, ist es dabei wichtig, weiterhin Optimierungen und Anpassungen vorzunehmen – dabei kann auch das Userfeedback eine immens wichtige Rolle spielen.

Weitere Themen dieser Art gibt es ab nächster Woche (wieder) auf seo-nachrichten.info.

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