„Wann stirbt StudiVZ?“ – Das Ende eines Social Networks

Unter diesem Titel hat das Blinkenlichten-Institut für sinnüberwindende Daten-Interaktionen eine Webseite aufgesetzt, auf der es nach eigenen Angaben eine streng wissenschaftliche Prognose über den weiteren Verbleib des einstigen Vorzeigeprojekts aus Deutschland StudiVZ abgibt. Demnach stirbt StudiVZ nach 1 Woche 2 Tagen 7 Stunden.

 

12 Stunden zuvor habe ich die Seite ebenfalls aufgesucht. Der „Todeszeitpunkt“ wurde da mit 1 Woche 4 Tage und 3 Stunden angegeben. Innerhalb dieser Zeit hat sich die Prognose für StudiVZ um zwei Tage verschlechtert.

Tatsächlich hat die Online-Gemeinschaft in den letzten Jahren immer weiter an Nutzern verloren. Zu stark sind hier die scheinbar übermächtigen Konkurrenten Facebook & Co. aus den USA. Statistiken zufolge ist StudiVZ jedoch nicht das einzige deutsche Soziala Netzwerk, das zunehmend Besucher verliert. Auch die Netzwerke wer-kennt-wen, Lokalisten und selbst Xing verlieren laufend Besucher. Im letzten Fall stürzten die Besucherzahlen von 27 Millionen auf 23 Millionen in 2011. Damit kam Xing noch am glimpflichsten davon.

Nach der Übernahme von StudiVZ durch die Holtzbrinck-Gruppe im Januar 2007 ging es mit der „Gruschel-Plattform“ eigentlich stets bergab. Dass Verlage in das Online-Geschäft eindringen wollen, ohne richtig Erfahrung und die Vision hierfür mitzubringen, scheint jedoch zum Scheitern verurteilt. Nicht zuletzt zeigt dies die Investition der Bertelsmann-Gruppe in die Lernplattform scoyo. Mit Millionenverlusten wurde das Projekt später an SuperRTL verkauft. Seitdem geht es dem Hamburger Start-Up besser. Holtzbrinck hingegen wird wohl auf den 87 Millionen, die damals für StudiVZ ausgegeben wurden, sitzen bleiben.

Wer nutzt von Euch noch StudiVZ und wenn nicht, warum nicht mehr?

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