Wie nahe sind die denkenden Supermaschinen?

Wann kommen die Supermaschinen? kellepics / Pixabay

Terminator, Vision, Ultron – im Kino und auf den Fernsehbildschirmen sind künstliche Intelligenzien (KI) dem Menschen fast immer überlegen, was den Verstand angeht. Doch wieviel davon ist auch heute noch mehr Science Fiction als nahe Zukunft?

So genannte schwache künstliche Intelligenz umgibt uns in der entwickelten Welt so gut wie überall. Siri, Alexa und Co. stehen in vielen Wohnzimmern herum, beantworten Fragen, spielen Filme und Musik und geben Bestellungen heraus, was nicht immer umproblematisch ist.

Sprachassistenten gibt es in zwei Formen: sprecherunabhängig, mit einem begrenzten Vokabular (und wer hat nicht mit dem Gedanken gespielt, einen KI-Assistenten im Call Center oder Support-Team anzubrüllen, wenn er oder sie die zum zigten Male genannten Zahlen einfach nicht verstehen will?)

Sprecherabhängige Assistenten sind auf bestimmte Sprachmuster und damit Nutzer festgelegt, sind aber lernfähig und erweitern ihr Vokabular.

Auch Roboterjournalismus, bei dem aus sich wiederholenden Texten, zum Beispiel in der Sportberichterstattung, Algorithmen abgeleitet werden, ist übers theoretische Stadium hinaus.

In der virtuellen Welt, zum Beispiel bei Computerspielen oder in Online-Casinos, geht die Entwicklung ebenfalls immer weiter. Sie nutzen zum Teil intelligente virtuelle Agenten. Das sind Animationen, die wie Menschen auch Sprache, Mimik und Gestik zum Kommunizieren benutzen. Chatbot Mitsuku hat dafür sogar den Loebner-Preis bekommen. Mitsuku ist darauf ausgerichtet, wie eine 18-jährige Frau zu reagieren und wie eine virtuelle Freundin zu funktionieren.

Schwache künstliche Inteligenz soll das Leben einfacher machen. Smarte Fernseher, smarte Häuser, und in naher Zukunft smarte Casinos, bei den Einchecken, Zimmer öffnen und Spielen per App erfolgt, gehören dazu.

Als „echte“ oder starke KI allerdings gelten all diese Innovationen nicht. Sie sind problem- und aufgabenorientiert und simulieren nur menschliche Intelligenz.

Starke künstliche Intelligenz, die unseren kleinen grauen Zellen ebenbürtig oder gar überlegen ist, gibt es noch nicht, auch wenn Experten seit Jahrzehnten darauf hinarbeiten oder davor warnen.

Eine Entität, die logisch denkt, auch bei Unsicherheit Entscheidungen treffen kann, plant, lernt, in natürlicher Sprache kommuniziert und all diese Eigenschaften konkret dafür einsetzt, ein wie auch immer geartetes Ziel zu erreichen, ist je nach Sichtweise Traum oder Albtraum.

Der 1956 gestorbene Alan Turing, englischer Mathematiker und Vater der Computer, hatte in Erwartung einer solchen Entwicklung einen Test entwickelt. Ein Fragesteller unterhält sich mit zwei Gesprächspartnern, von denen einer menschlich, der andere eine Maschine ist. Kann er nach Abschluss der Konversation nicht sagen, wer nun wer ist, hat die Maschine den Turing-Test bestanden.

Als weitere Voraussetzungen für eine starke KI gelten inzwischen auch Kriterien wie Bewusstsein, Selbsterkenntnis oder Eigenwahrnehmung, Empfindungsvermögen und Weisheit.

Wann das Ziel erreicht ist und ob es überhaupt erreicht werden kann, ist bei Experten umstritten. Noch jedenfalls wird keine hochlogische Maschine im Casino jedes Pokerspiel gewinnen oder die Menschheit als Bedrohung für den Planeten ansehen.

(Bildquelle: kellepics / Pixabay)

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