Ein Oldenburger in Emden – Persönliches Resümee der Emder Business Plus

Dies ist ein Gastbeitrag. Informationen zum Autoren finden sich am Ende des Artikels.


Freitag, 25. Oktober 2013. Morgens 6:30 Uhr und der Tag ist voll am laufen. Heute geht es zur Business Plus nach Emden. Die Kontaktmesse ist im Nordwesten die Größte und wird von namenhaften Unternehmen unterstützt. Der Veranstaltungsort wechselt zwischen Emden, Oldenburg und Lingen und das ganze wird vom Centers of Competence e.V. organisiert. Seit meinem letzten Besuch sind drei Jahre vergangen. 2010 war die Messe in Oldenburg und wir hatten einen XING Kooperationsstand organisiert.

Dieses mal bin ich als XING-Ambassador vor Ort und informiere mich, wie sich die Unternehmen mit den Themen Social Media auseinander gesetzt haben.

Um 8:30 Uhr bin ich dann gestartet. Ein herzlichen Dank an das Teleteam, die mich mitgenommen haben. Das Oldenburger Dienstleistungsunternehmen engagiert sich zusammen mit der Firma ecco und der EWE mit einem Business Speed Dating. Wie ich feststellen musste: Das innovativste Konzept auf der gesamten Messe.

Foto: Sven Recker
Business Plus 2013 in Emden – Foto: Sven Recker

Zum Konzept gehörte außerdem eine Bühne mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen sowie Fachvorträge im Nebenzimmer und natürliche mehrere Messestände. Alles in allem ein gutes Konzept. Allerdings ist ein Plan immer besser als die Ausführung.

Als erstes habe ich geschaut, wer alles vor Ort ist und welcher Stand sich wie präsentiert. Dabei fiel mir auf, dass im Vergleich zu 2010 die Stände kleiner und einfacher gestaltet waren. Selbst die großen Unternehmen wie Volkswagen, die Meyer Werft oder die Agentur für Arbeit waren da eher bescheiden. Schön war es, dass kleine Unternehmen aus der Region vor Ort waren. Dadurch haben gerade die kleinen neuen Unternehmer eine Chance sich zu zeigen.

Interessante Ideen habe ich allerdings bei den Rundgängen nicht erwischt, sondern erst beim Business Speed Dating. Vielleicht lag es auch daran, dass die meisten Firmen die Kontaktmesse eher für Mitarbeiteraquise genutzt haben, als zur Verbesserung der eigenen Firmenprozesse. Dabei ist gerade dort der Kerngedanke der Veranstalter.

Siehe Internetseite des Veranstalters:

Ziel ist es Sachbearbeitern, Führungskräften und Managern der Region zu ermöglichen Nachbarunternehmen kennenzulernen.

Leider konnte man davon recht wenig spüren. Nur wenige Unternehmen waren präsent mit Produkten, die speziell für den B2B Kunden gedacht waren. Das Motto: Kontakte knüpfen – Erfolgreich sein wurde nach meiner Ansicht, durch das Business Speed Dating am besten realisiert. Die Firmen ecco, das Teleteam und die EWE haben auf dem Stand der EWE den Kernpunkt genau getroffen. Dort hatte man die Chance innerhalb von 90 Minuten neun Kontakte kurz kennen zu lernen und sich selbst für fünf Minuten den Anderen vorzustellen.

Firmen wie Mittmann, die mit tollen Konzepten die Mitarbeiterbindung und das sogenannte Employer Branding fördern, waren eher die Ausnahme. Bei den Leiharbeitsfirmen und der Agentur für Arbeit war spürbar der zukünftige Mangel an qualifizierten Mitarbeiter im Fokus. Leider!

Kundenbindung und Integration der Neuen Medien

Basierend meines Ursprungsgedankens habe ich auf den Ständen das Thema Kundenbindung und Integration der Neuen Medien angesprochen. Natürlich habe ich als XING-Ambassador auch die Vorteile von XING zum Aufbau und der Pflege von Kontakten erwähnt. Interessant war dabei, dass alle wissen wollten, wann ich Ihnen denn nun etwas verkaufen möchte. Einige fragten danach, wovon ich denn leben würde. Genau diese Gesprächsführung zeigt doch die Herausforderung der nächsten Jahre.

Viele Unternehmen haben noch nicht die Relevants guter Netzwerke für den täglichen Überlebenskampf erkannt. Es gab auf der Messe genügend positive Denkanstöße in Form von Vorträgen und Diskussionen. Ein Vortrag gefiel mir auch recht gut. Nicht weil der Speaker so schöne Youtube Filme hatte, sondern weil er klar erkannte, dass die Kommunikation vom typischen Callcenter zu weit gefächerten Contact Centern wechseln wird. Grund ist die Multipräsens auf allen Kanälen, die aktuell von den Kunden genutzt wird.

Viele Lösungen, die ich in meinen Gesprächen gehört habe, berücksichtigen ein Konzept fürs Netz, nur ohne den Kunden. Frontalwerbung nenne ich das, wenn der Kunde immer mit Content gefüttert wird, damit er ja nichts sagen kann. Daher wunderte es mich auch nicht, dass Kundenfeedback sogar bei durchdachten Konzepten zu großen Fragezeichen geführt hat. Bei genauer Nachfrage haben die Werbeagenturen auf die Produktpalette verwiesen und die Verantwortung zum Kunden geschoben. Die Firmen wiederum sehen aktuell kein Bedarf, da sie gar nicht mit einem großartigen Feedback rechnen. „Wir sind bei Facebook und da meldet sich noch keiner!“ Ein schlüssiges Konzept fehlte mir.

Für mich ergabt sich daher folgendes Resümee:

Die Business Plus als Kontaktmesse beklagt zu recht die geringen Besucherzahlen. Der Mehrwert eines gesunden Netzwerkes von B2B und gerade von B2C wird noch nicht erkannt. Das Konzept der Messe ist ihrer Zeit voraus. Die nächsten 5 Jahre werden spannend.


Der Autor:

Der Autor, Sven Recker, beschäftigt sich seit über 5 Jahren mit der Entwicklung von Social Media in Unternehmen. Seit 2 Jahren ist er Ambassador bei Xing und organisiert regelmäßige Unternehmertreffen Er wohnt in Wahnbek bei Oldenurg und hat zwei Kinder. Sven Recker bei XING.

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