Zivilcourage! oder: Mehr Schein als Sein…

Dominik Florian Brunner (* 18. Mai 1959 in Stuttgart[1]; † 12. September 2009 in München) war ein deutscher Manager und Mitglied im dreiköpfigen Vorstand des Ziegelherstellers Erlus in Neufahrn in Niederbayern. Am 12. September 2009 verstarb er in Folge einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit zwei Jugendlichen am Münchener S-Bahnhof Solln an Herzversagen, nachdem er zuvor vier Schüler vor diesen Jugendlichen schützen wollte. Postum wurden ihm zahlreiche Ehrungen für Zivilcourage zuteil.

Passend zu folgendem Auszug von Wikipedia testete SternTV in Cottbus einige Szenarien, in denen Opfer dringend Hilfe brauchen gebraucht hätten.

Der Streit schaukelt sich hoch, doch niemand reagiert. Plötzlich stehen zwei Frauen auf – aber nicht, um zu helfen, sondern um sich in Sicherheit zu bringen.

Fakt ist: Kaum jemand hilft!

Ob Frauen, ältere Personen oder Männer. Egal wie alt oder groß sie waren oder welches Geschlecht die Opfer hatten.

Die Hilfsbereitschaft, die Zivilcourage der umstehenden Zeugen ging fast gegen Null.

„Es ist schwer, sich zur Zivilcourage zu überwinden, weil es keiner gewohnt ist, öffentlich Gewalt zu sehen“, erklärt die Psychologin Anne Frey.

Doch woran liegt das, wenn in den vergangenen Jahren immer wieder Fälle von Gewalt in der Öffentlichkeit diskutiert werden? Wenn Menschen sterben, weil sie helfen wollen?

Sollte die Bevölkerung inzwischen nicht soweit sensibilisiert sein, dass Zivilcourage wieder ins Zentrum des Geschehens rückt?

Der deutsche Begriff Zivilcourage – der beides umfasst – wird schon 1864 von Otto von Bismarck  erwähnt. Beschrieben ist eine Szene, in der Bismarck einem Verwandten vorwarf, ihn in einer Debatte des Preußischen Landtags nicht unterstützt zu haben. Er wird mit den Worten zitiert: „Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, dass es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt“ (zitiert nach v. Keudell, 1901).

Doch wie würden wir reagieren? Was, wenn vor uns im Bus oder in der Bahn eine junge Frau oder ein älterer Mann angegriffen, sexuell belästigt oder anderweitig durch dritte Personen gefährdet wird?

Dazwischen gehen? Hilfe holen?

Aber riskiert man durch sein Eingreifen nicht sein eigenes Leben? Wie sollte man richtig reagieren?

Wichtig ist in erster Linie, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.

SternTV nennt in seinem Bericht einen 6-Punkte-Plan, der praktische Regeln für mehr Zivilcourage aufzeigt.

1. Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen.
2. Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf.
3. Ich beobachte genau und präge mir Tätermerkmale ein.
4. Ich organisiere Hilfe unter 110.
5. Ich kümmere mich um Opfer.
6. Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.

Wart ihr schon mal in einer Situation, in der ihr Hilfe brauchtet? Wie hat euer Umfeld reagiert?

Oder brauchte schonmal jemand Hilfe, als ihr in der Nähe wart? Was habt ihr getan?

Das Fazit des stern TV-Tests: Ein Jahr nach dem Tod von Dominik Brunner gibt es Menschen, die eingreifen, wenn es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt. In unserem Experiment waren das hauptsächlich Frauen. Doch der stern TV-Test zeigt auch: Noch viel zu oft kommt niemand dem Opfer zur Hilfe. Viel zu oft schauen Passanten nur zu, anstatt zu helfen.

Mehr Informationen und den ganzen Bericht findet ihr direkt bei SternTV unter diesem Link.

Sechs-Punkte-Plan Die Polizei hat sechs praktische Regeln für mehr Zivilcourage zusammengestellt, die jeder anwenden kann:

1. Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen.
2. Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf.
3. Ich beobachte genau und präge mir Tätermerkmale ein.
4. Ich organisiere Hilfe unter 110.
5. Ich kümmere mich um Opfer.
6. Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.

Hauke

Ich bin Hauke. Blogger, Texter, Papa. Ich blogge hauptsächlich hier auf tagestexte.de. Zudem findet man mich auf Facebook, Twitter und Instagram.

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