Die Legende vom Ausschlafen

By | 16. Juli 2012

In der letzten Woche hatte mein Sohn irgendeinen Weltrekordversuch vor. Zumindest verkürzte er seine Schlafphase pro Nacht um jeweils einige Minuten. Am Montag entschied er, dass die Nacht um 5.45 Uhr beendet sei, am Dienstag um 5.15 Uhr und am Mittwoch um 5.00 Uhr. Am Donnerstag wollte er mit 4.15 Uhr weitermachen, da habe ich ihn aber zum Glück noch dazu überreden können, noch ein, zwei Stündchen weiter zu schlafen. Passend dazu fand ich dann die Tage noch eine interessante Aufstellung zum Thema Eltern – Deutsch.

(Foto: rudolf ortner  / pixelio.de)

Wenn man als Elternteil folgenden Satz liest, weiß man Bescheid:

Ausschlafen, das (n): Legende, von der Nichteltern immer wieder erzählen.

Anders ergeht es da jenen Nichteltern. Diese Art Menschen, die es nicht nachvollziehen kann, wenn man froh ist, am Sonntag länger als 7.30 Uhr schlafen zu können. Man selbst kann ja eben auch bis 12 Uhr im Bett bleiben. Oder auch am Wochenende das Leben in vollen Zügen genießen und den nächsten Tag komplett im gut gepolsterten Schlafgemach verbringen. Als Vater eines 2 Jahre alten Jungen ist dies etwas komplizierter. Zwar könnte man im Schlafzimmer einfach einen Fernseher aufstellen und den Junior davor platzieren, aber so wirklich im Sinne des Erfinders ist das nicht.

Es mag Eltern geben, die dies so praktizieren. Die dem Kleinkind morgens erstmal eins, zwei, drei Videofilme aufdrücken um noch weiter schlafen zu können. Oder der Fernseher läuft gleich den ganzen Tag – man braucht ja Berieselung. Wie gesagt, bei uns ist das keine Alternative zum zeitigen Aufstehen. Und irgendwie hat es ja auch etwas positives.

Ein sonntägliches Aufstehen um 7.30 Uhr macht es beispielsweise möglich, den ganzen Tag auszukosten. Spielplatz, Spaziergang, Flohmarktbesuche und und und brauchen dann nicht mehr gestaucht und unter Eile vollzogen werden. Man hat ja noch fast 3/4 des Tages vor sich und dementsprechend Zeit. Irgendwie können sich solche Tage aber auch ziemlich in die Länge ziehen…

Von den angesprochenen Nichteltern wünscht man sich da irgendwie nur ein wenig Rücksicht, etwas Verständnis. Ein Anruf um 21.45 Uhr? An sich ganz toll, man kann das Telefon ja ruhig stellen. Immerhin noch besser als zur Zeit, in welcher der Nachwuchs ins Bett verfrachtet wird. Oder zur Mittagszeit, wenn man selbst ein wenig Ruhe hat, weil der Nachwuchs Mittagsschlaf hält. Kleiner Tipp: auch die Haustürklingel lässt sich zum Glück ausschalten! Paketboten klingeln nämlich mit Vorliebe zur Mittagszeit.

Rund zwei Jahre geht das nun schon so. Ein Ende ist nicht absehbar. Was mich etwas beruhigt: auch anderen Eltern geht es so. Und: angeblich soll das irgendwann zu Ende gehen und sogar ins Gegenteil wechseln. Irgendwann, so sagt man, soll man den Nachwuchs kaum mehr freiwillig aus den Federn bekommen. Ich bin gespannt…

Wie siehts bei euch aus? Ausschlafen? Oder eher nicht so?

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