B für Blog: Blogs sollen laut JMStV gekennzeichnet werden

Wie ich gerade eben bei Daniel gelesen habe, fordert der Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) nach der allgemeinen Alterseinstufung von Blogs nun eine allgemeine Kennzeichnung für Blogs. Diese Kennzeichnung soll zusätzlich eingeführt werden und durch ein B dargestellt werden. Ein B für Blog wie mir scheint. Oder aber auch B für Blöd – denn nach der Alterskennzeichnung (6, 12, 16 oder 18 Jahre) folgt nun die nächste Hürde für Blogger.

Ich habe zu diesem Anlass mal meinen Header etwas modifiziert. So wie oben zu sehen, würde der Header dann vermutlich irgendwann aussehen. Einzelne Posts müsste ich vermutlich dann noch mit einem FSK 16 Stempel versehen, damit die Kids dann auch gleich wissen, dass sie dort nicht hinklicken dürfen. Das bietet optimalen Schutz und alle 11 Jahre (und jünger) alten Kinder haben den Blog vermutlich jetzt schon verlassen.

Das B hat übrigens einen ganz bestimmten Hintergrund: Jugendschutzfilter auf dem heimischen Pc sollen von den Eltern in Zukunft nun auch so konfiguriert werden, dass der Besuch von Blogs allgemein erlaubt oder verboten ist. Dies würde durch eine Kennzeichnung mit dem B dann vereinfacht. Immerhin gab es bereits zur Grundidee die Forderung, alle Blogs mit einem FSK 18 auszustatten. Kinder haben auf Blogs nichts verloren, so scheint es.

Wie das dann mit minderjährigen Bloggern aussieht, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht dürfen diese dann in Zukunft nur noch mit verbundenen Augen im Backend arbeiten, den Blog aber auf keinen Fall selbst besuchen. Das wäre vermutlich sehr effektiv und jeder wäre zufrieden und optimal geschützt.

Gut, Jugendschutz ist wichtig. Das ist mir als Vater selber auch klar. Aber irgendwann übertreibt man auch, oder? Warum sollten Kinder/Jugendliche keine Blogs lesen dürfen? Sicher gibt es einschlägige Blogs bei denen das gerechtfertigt wäre, aber die Regel ist das sicher nicht. Beinahe alle Blogs in meinem Feedreader sind jugendfrei und sicher auch für Kinder geeignet – wenn diese denn überhaupt Interesse an den veröffentlichten Themen haben. So wie der JMStV das momentan aber fordert, würden alle Blogger und Blogs in eine dunkle Ecke gestellt, die unmoralisch, illegal oder schmuddelig ist.

Es reicht! Überall versucht man momentan die Rechte von Internetnutzern einzuschränken. Zu ACTA habe ich bislang nichts gesagt, mich da rausgehalten. Aber gerade, wenn es ums Bloggen geht, kann ich mich da nur schwer zurückhalten. Daniel selbst hat in seinem Artikel leider keine Tendenz veröffentlicht, was er von der Forderung hält, ich kann mir da aber durchaus eine Richtung vorstellen. Und das dürfte beinahe allen Bloggern so gehen, die ich kenne.

Wie seht ihr das? Gerechtfertigt, nützlich, sinnvoll? Oder absoluter Quark, Unsinn und vorallem ohne erfolgversprechende Zukunft? Wie würdet ihr eure Blogs kennzeichnen?

Hauke

Ich bin Hauke. Blogger, Texter, Papa. Ich blogge hauptsächlich hier auf tagestexte.de. Zudem findet man mich auf Facebook, Twitter und Instagram.

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