Gewalt in der Hundeerziehung – ein kontroverses Thema?

Am Montag waren wir den ganzen Tag unterwegs. Verwandschaftsbesuch und Geburtstagsfeierei stand an. Dass wir unsere Lotta da nicht mitnehmen – vor allem bei den Temperaturen – versteht sich von selbst. Zuhause auf dem Sofa hat sie wahrscheinlich mehr vom Tag als in der Hektik von zahlreichen Gratulanten und Besuchern. Klar ist aber auch, dass dem Hund nach der Heimkehr ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. In diesem Fall ging es also noch eine Runde um den Block.

In den allermeisten Fällen sieht man dann natürlich auch andere Hundehalter mit ihren Vierbeinern. So auch an diesem Tag. Direkt vor unserer Haustür stand eine Hundedame, Herrchen und Frauchen waren bereits einige Meter weiter gelaufen. Nun ist es nicht so, dass unsere Lotta aggressiv ist – eher im Gegenteil. Die andere Hündin allerdings verdeutlichte schon ein wenig, dass sie an Lotta nicht sonderlich stark interessiert war. Zur Vollständigkeit: die Hündin war unangeleint.

Herrchen und Frauchen riefen also fleißig nach ihrem Hund. Vergebens. Obwohl nur ca. fünf Meter zwischen Hund und Halter lagen, war die Entfernung wohl zu groß, damit der Vierbeiner etwas verstehen konnte. Kennt man ja. Mit jedem Rufen kam Herrchen näher und der Hund duckte sich mit jedem Schritt, den Herrchen näher kam ein wenig mehr. Das kam mir schon ein wenig komisch vor. Aber: Als Herrchen dann bei seinem Hund angekommen war, durfte sich dieser erst einen Vortrag zum Thema Hören und Gehorsam anhören, bevor Herrchen sich dann herunterbeugte und der Hündin ins Ohr kniff! Nicht außen am Ohr, sondern innen in der Ohrmuschel. Die Hündin quiekte auf, folgte Herrchen dann aber doch.

Wer jetzt glaubt – so wie ich zu diesem Zeitpunkt – Herrchen habe dies vorher noch nie gemacht, muss leider enttäuscht werden. Im Vorbeilaufen hörte ich ein Gespräch zwischen Herrchen, Frauchen und einer weiteren Begleitung mit. In dieser fielen Sätze wie „kennt sie schon“, „wenn sie nicht hört, kneif ich ihr eben ins Ohr, das weiß sie auch“ und „anders geht es eben nicht“.  Zwar ist es so, dass ich der Meinung bin, dass jeder seinen Hund so erziehen wie er es möchte, aber irgendwann geht es auch zu weit. Gewalt hat eben nichts in der Hundeerziehung zu suchen.

Wie seht ihr das? Ich vermute mal, dass hier die Meinungen – ähnlich wie bei der Kindererziehung – auseinandergehen. Daher freue ich mich auf eine rege Diskussion. Ist Gewalt in der Hundeerziehung in Ordnung oder eben nicht?

Hauke

Ich bin Hauke. Blogger, Texter, Papa. Ich blogge hauptsächlich hier auf tagestexte.de. Zudem findet man mich auf Facebook, Twitter und Instagram.

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