Spargelwoche: Die Geschichte des Spargels

Spargel kennen wir alle. Die länglichen Stangen haben aktuell Saison. Passend dazu möchte ich den Spargel eine Themenwoche widmen. In dieser Woche wird es jeden Tag (Montag bis Freitag) ein kleines Techtelmechtel mit dem begehrten Gemüse geben. Neben der Spargelgeschichte geht es um den Anbau, die Zubereitung und das Spargelessen an sich. Zu guter Letzt gibt es noch einige Rezepte.

Den Anfang macht heute die Herkunft des leckeren Gemüses und seine Geschichte.

(Foto: Wolf&Marg  / pixelio.de)

Die Geschichte des Spargels

Der Spargel ist eine der beliebtesten Gemüsesorten in Deutschland und gehört zu den Liliengewächsen. Spargel besticht durch seinen feinen Geschmack, die gesunden Inhaltsstoffe und seine vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten. Angeblich sollen schon Grabfresken der Ägypter belegen, dass die gesunden Stangen bereits vor über 5000 Jahren als „in der Liebe nützlich“ gegessen und geschätzt wurden. Allerdings: Spargel ist in Ägypten nicht heimisch – daher ist diese Vermutung eher unwahrscheinlich.

Erstmals kultiviert wurde Spargel wohl durch die Römer. Die Römer waren stark an Gartenbau und Landwirtschaft interessiert, sodass auch ausführliche Kulturanleitungen überliefert wurden. Marcus Pontius Cato gilt hier als Vorreiter. Zwar unterscheiden sich die damaligen Anbauvarianten deutlich von den heutigen, dennoch ist davon auszugehen, dass Spargel im alten Rom ein begehrtes Gemüse war. Bereits einige Jahre vorher war Spargel bereits in Griechenland bekannt. Bis heute wird dort der Aspáragus acutifólius, der Dornenspargel gestochen. Trotzdessen gibt es keinen Hinweis darauf, dass Spargel aktiv angebaut wurde. Er wurde wohl vermehrt als Medizin eingesetzt. Hippokrates beschrieb die stopfende Wirkung des Stangengemüses. Zudem war das Gemüse wegen seiner harntreibenden Wirkung geschätzt.

Über den Spargelanbau in Deutschland und dem deutschsprachigen Raum ist wenig überliefert. Ähnlich wie in Griechenland wurde Spargel zunächst wohl als medizinisches Produkt verwendet. Die Römer brachten den Spargel allem Anschein nach nach Mitteleuropa. Rückkehrende Reisende brachten angeblich im 13. Jahrhundert Spargelsamen mit nach Deutschland. In Frankreich und England wurde bereits mit Beginn des 16. Jahrhunderts Spargel angebaut; in Deutschland geschah dies erst zur Mitte des Jahrhunderts. Der Stuttgarter Lustgarten war der erste Ort in Deutschland, an dem Spargel angepflanzt wurde.

Anfang des 17. Jahrhunderts war Spargel allgemein bekannt. Die ersten Anbaugebiete, die auch heute noch Bedeutung haben, entstanden. Angebaut wurde damals vornehmlich Grünspargel, wie Bildquellen belegen. Der weiße „Bleichspargel“ wurde lediglich in Norddeutschland bevorzugt. In anderen Teilen der Republik sowie in Frankreich und England stand das grüne Gemüse in Stangenform höher im Kurs. Der weiße Spargel setzte sich erst später in ganz Deutschland durch. Im 19. Jahrhundert noch war Spargel auch in Deutschland aufgrund seiner angeblichen Heilwirkung angesagt. So stand das Gemüse im amtlichen Arzneibuch und musste so auch in Apotheken stets vorrätig sein.

Bevor es nun mit dem Anbau und einigen Rezepten weitergeht: Wie esst ihr Spargel? Wann esst ihr Spargel? Frisch oder Tiefkühlware?

Hauke

Ich bin Hauke. Blogger, Texter, Papa. Ich blogge hauptsächlich hier auf tagestexte.de. Zudem findet man mich auf Facebook, Twitter und Instagram.

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