Hansi Flick steht vor seiner schwersten Aufgabe

Die EURO 2020 ist Geschichte. Neuerlich gelang es der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft nicht, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Wie schon drei Jahre zuvor bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland sorgte die Mannschaft von Joachim Löw für eine herbe Enttäuschung. Der fehlende Mannschaftsgeist und eine sich ständig ändernde Taktik sorgten dafür, dass sich die Spieler bereits im Achtelfinale gegen England verabschieden mussten.

Damit ist klar, dass der von vielen unter uns angestrebte Neuanfang schneller beginnen kann als erhofft. Der Mann, der die Fußballer nun wieder aufrichten soll, heißt Hansi Flick. Beim Finale der EURO 2020 war er ein letztes Mal Zuschauer, wie BR24 berichtete, doch nun beginnt für ihn ein echter Härtetest. Der Trainer hat nicht viel Zeit, seine Vorstellungen in die Realität umzusetzen, denn schon im Herbst wartet die erste große Herausforderung auf ihn. Das bringt den „Messias des deutschen Fußballs“ unter Zeitdruck. Während sich seine Stars auf Urlaub befinden, arbeitet Flick weiter an seinem Konzept. Er muss darauf vertrauen, dass Thomas Müller und Co sich zu Hause zum Beispiel mit dem Ergometer fit halten. Schließlich gilt das Gerät als ideal für den Leistungssport.

Deutschland nur noch im erweiterten Favoritenkreis

Die enttäuschenden Ergebnisse bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland und bei der EURO 2020 haben tiefe Spuren hinterlassen. Das zeigt sich auch in zahlreichen Vorschauen für die nächsten großen Fußball-Events. Vor etwa zehn Jahren hatte ich hier im Blog noch zum Aprilscherz einen Beitrag über den Rücktritt des Bundestrainers verfasst. Doch dieser überstand lange Zeit alle öffentlichen Diskussionen. Erst im Frühjahr dieses Jahres gab der Bundestrainer auf und verkündete seinen Rückzug. Dieser vollzog sich dann plangemäß nach dem Ende der EURO 2020.

Flick hat nicht viel Zeit, aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wieder jene unbesiegbare Kampfmaschine zu machen, für die Deutschland lange Zeit berühmt war. Bereits nächstes Jahr steht in Katar die nächste Fußball-Weltmeisterschaft auf dem Programm. Diese wird erstmals mitten in der Saison stattfinden. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Die Temperaturen, die in Katar herrschen, machen eine Austragung im Sommer unmöglich. Das bedeutet für die Fußballer eine weitere Umstellung ihres ohnehin schon vollen Terminkalenders. Die Experten sehen Deutschland mittlerweile nicht mehr im Kreis der engsten Favoriten. So erhält die deutsche Fußball-Nationalmannschaft aktuell auf Betway Fußball Wetten lediglich eine Siegquote von 11,0 (Stand 16.7.). Damit befindet sich der viermalige Champion lediglich auf Platz sieben der Favoritenliste. Diese wird von Brasilien, Frankreich und England angeführt. Doch noch ist Zeit, das Ruder herumzureißen.

Zwischenstation Weltmeisterschaft?

Selbst wenn manche Experten die nächste Fußball-Weltmeisterschaft nur als Zwischenstation bezeichnen, Flick hat schon einmal eine Mannschaft in kürzester Zeit auf Vordermann gebracht. Dass er sein Handwerk perfekt beherrscht, konnte er schließlich schon beim FC Bayern München demonstrieren. Dort zeigte sich schnell, dass er eine klare Vorstellung von Fußball hat.

Das beständige Lavieren zwischen unterschiedlichen Spielsystemen, wie noch unter Löw bei der EURO 2020 demonstriert, wird es bei ihm voraussichtlich nicht geben. Damit dies ähnlich reibungslos wie in München klappt, hat sich Flick längst Unterstützung an seine Seite geholt. Der DFB bestellte vor kurzem Danny Röhl als zweiten Assistenten für den neuen Bundestrainer. Er erweitert den bestehenden Trainerstab neben Marcus Sorg. Torwart-Trainer Andreas Köpke gab hingegen nach 17-jähriger Tätigkeit seinen Job beim DFB auf.

Niedrige Erwartungen

Doch die Größe der Aufgabe könnte sich gleichzeitig als große Chance für Hansi Flick erweisen. Die Erwartungen der Fans an die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft sind so niedrig wie schon sehr lang nicht mehr. Das zeigte sich schon vor Beginn der EURO 2020 in Umfragen. Beobachter gehen davon aus, dass Flick jenes Spielsystem forcieren wird, mit dem er schon in München über allen Maßen erfolgreich war. Sieben Titel in zwei Jahren sprechen eine klare Sprache, daran wird sich der neue Bundestrainer messen lassen müssen. Aktuell richtet sich noch immer alle Aufmerksamkeit auf seinen Vorgänger. Seit dem Ausscheiden in London hagelt es Kritik von allen Seiten.

Ex-Internationale kritisieren Löw ebenso, wie Trainer und Funktionäre. Manche gehen sogar so weit, dass sie den Weltmeistertitel in Brasilien aus dem Jahr 2014 ausschließlich auf die Fähigkeiten des damaligen Co-Trainers Hansi Flick zurückführen. Diese immensen Hoffnungen an den Heidelberger könnten sich für ihn noch als Bumerang erweisen. Doch Flick hat die Aufgabe aktiv angestrebt und offenbar klare Vorstellungen von seiner künftigen Mannschaft. Es wird interessant zu sehen sein, ob und wie er Deutschland wieder zu dem macht, was es einst war, nämlich ein weltweit gefürchteter Gegner in allen Fußballstadien dieser Welt.

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