Korrektes Impressum ohne private Adresse – diese Optionen gibt es

Viele – vor allem angehende Blogger – stellen sich mitunter die Frage, ob ins Impressum für die Webseite zwingend die eigene Adresse hinein muss. Die Impressumspflicht in Deutschland sieht dies grundsätzlich vor, dennoch wird es vielfach gescheut, die private Adresse auf der Webseite anzugeben. Sei es aus Angst vor Stalkern, vor unliebsamen Besuchen oder auch vor unerwünschter Post. Doch welche Möglichkeiten bestehen, die private Adresse eben nicht im Impressum ausgeben zu müssen? Alternativen oder andere legale Möglichkeiten, werden im Folgenden genauer vorgestellt.

Wann braucht man für den Blog ein Impressum?

Ein Impressum ist generell immer dann erforderlich, wenn eine Gewinnerzielungsabsicht besteht. Dazu muss man noch nicht einmal tatsächlich Gewinne erzielen, es reicht die reine Absicht dafür. Also beispielsweise dann, wenn AdSense Anzeigen geschaltet werden oder gesponserte Artikel überhaupt eine Option darstellen würden.

Wer den Blog ausnahmslos als Tagebuch verwendet, keine Werbeflächen bereitstellt etc., kann unter Umständen auf ein Impressum verzichten. Allerdings nur unter Umständen, allgemein gilt die Aussage nicht.

Muss im Impressum die Privatadresse stehen?

Tendenziell: ja. Die Adresse im Impressum einer Webseite oder eines Blogs muss zwingend ladungsfähig sein. In aller Regel ist dies nun einmal die private Anschrift. Man muss also Post empfangen können. Dies entspricht dem Telemediengesetz (TMG) und zudem der geltenden DSGVO (Datenschutzgrundverordnung). Zudem gibt es hier umfangreiche weitere Informationen zur Impressumspflicht.

Demnach würde allerdings auch die Anschrift des eigenen Rechtsanwalts reichen oder eine Firmenanschrift einer eigenen Firma. Eventuell käme auch die Anschrift einer Firma von Verwandten, Freunden oder Bekannten in Frage, wenn diese mit dem Zusatz „c/o Vorname, Nachname“ ergänzt wird. Auch hier ist Post generell zustellbar und es handelt sich demnach um eine ladungsfähige Adresse.

Ebenso gibt es auch die Möglichkeit, entsprechende Adressen-Services zu buchen. Beispielsweise bieten Anwälte dies oftmals gegen Gebühr an oder auch spezialisierte Dienstleister, wobei nicht alle Anbieter seriös zu sein scheinen.

Wichtig zu wissen: Für die Nutzung derartiger Impressumsservices fällt in aller Regel eine Nutzungsgebühr an. Die hierfür anfallenden Kosten muss man in jedem Fall berücksichtigen.

Was ist empfehlenswert?

Aus meiner Sicht sind Anbieter für die Bereitstellung einer ladungsfähigen Anschrift zwar durchaus sinnvoll und sicherlich legitim, allerdings oftmals auch nicht wirklich notwendig. Wer lediglich bloggen möchte, AdSense schalten oder Amazon Links einbinden möchte, kann seine private Anschrift oder die Firmenadresse problemlos ins Impressum des Blogs setzen.

Gibt es Ärger mit Stalkern oder aufdringlichen Personen, sind anonymisierende Dienste hingegen durchaus nützlich. Häufig – so empfinde ich es – macht man sich im Vorfeld allerdings viel zu viele Gedanken negativer Natur, die gar nicht zwingend erforderlich wären.

Wie seht ihr das denn? Eigene Adresse im Impressum? Firmenanschrift? Oder greift ihr tatsächlich auf Dienstleister oder Adressen von Eltern, Freunden und Co. zurück?

Hauke

Ich bin Hauke. Blogger, Texter, Papa. Ich blogge hauptsächlich hier auf tagestexte.de. Zudem findet man mich auf Facebook, Twitter und Instagram.

Ein Gedanke zu „Korrektes Impressum ohne private Adresse – diese Optionen gibt es

  • 28. Juli 2020 um 11:01
    Permalink

    Ich habe meine private Adresse im Impressum und bisher noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Allerdings habe ich inzwischen schon immer ein blödes Gefühl, wenn ich mir den Rechtsruck in der Gesellschaft anschaue. Als linker Mensch, der gerne seine Meinung in seine Blogartikel mit einfließen lässt, könnte es irgendwann zu einem Problem werden.

    Antwort

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