The Ocean Cleanup: Müll tonnenweise aus dem Meer filtern

Dieser Artikel stammt aus dem Jahr 2013. Seitdem hat sich beim Ocean Cleanup von Boyan Slat einiges getan. Eine Aktualisierung aus dem Mai 2017 geht darauf ein. Neue Passagen sind eingerückt.

Die Ozeane weltweit sind voller Müll.. Überall schwimmen Flaschen durch die Strömung, Plastiktüten, Netze. Wer weiß, wie lange der Müll zum Verrotten braucht, weiß auch, dass man hier dringend etwas tun muss. Dies dachte sich scheinbar auch der 1994 geborene alte Boyan Slat aus Delft in den Niederlanden. Er entwickelte das Projekt The Ocean Cleanup – ein Filtersystem, welches in kurzer Zeit massig Müll aus dem Ozean filtern soll. Ganze sieben Milliarden Tonnen Müll sollen so in fünf Jahren aus den Ozeanen der Welt verschwinden. Schätzungsweise.

Im Sommer 2016 wurde nach vier Jahren Entwicklungszeit ein Prototyp erstmals in der Nordsee eingesetzt. Doch dabei gab es noch zahlreiche Fehler, sodass die Konstruktion nach zwei Monaten wieder aus dem Meer entfernt wurde. Für das Team um Slat ist das allerdings ein Lernprozess. Auch jedes noch so gute Modell am Computer muss sich am Ende erst im Einsatz beweisen. Vor allem der Unterschied der rauen Nordsee zum Pazifik ist von großer Bedeutung. Ein anderer Wellengang, andere Umstände. 

Selbst die niederländische Regierung beteiligt sich an diesen Tests, hat diese mit rund 500.000 Euro bezuschusst. Bis das Projekt The Ocean Cleanup allerdings im Pazifik starten wird, vergeht wohl noch einiges an Zeit. Geplant war ursprünglich, dass der Testlauf in der Nordsee zwölf Monate dauert. Zwei Monate waren es am Ende. Der erste reguläre Einsatz ist für das Jahr 2020 geplant. Ob dieses Zeitfenster eingehalten werden kann, ist aktuell offen.

Prototyp in der Nordsee (Credits: The Ocean Cleanup)

Plastik in den Meeren bewegt sich

Das erkannte Problem: der Plastikmüll in den Meeren bleibt nicht statisch an einem Ort, er bewegt sich ständig weiter. Aus diesem Grund ist The Ocean Cleanup auch nicht darauf aus, dem Müll im Meer hinterher zu trotten. Warum auch, wenn der Ozean diesen Müll irgendwann von ganz alleine an die entsprechenden Stellen für den Filter transportiert? Wenn das Meer den Müll bewegt, dann muss dieser nur noch entfernt werden – und wie ginge dies einfacher als mit einem entsprechenden Filter?

In der Nordsee wurde 2016 ein kleiner Prototyp eingesetzt. Und eigens mitgebrachter Müll verwendet. Vergleichbar ist die Nordsee mit dem Ozean letztlich sowieso nicht. Die Nordsee war an der Teststelle 22 Meter tief, der Ozean wird tausende Meter tief sein. Zudem sind die Strömungen anders.

Vor Japan soll im Laufe des Jahres 2017 ein neuer Testlauf stattfinden. Dann wird sich erst einmal zeigen, ob die gefundenen Probleme und Fehler aus der Nordsee behoben werden konnten.

Schwimmende Filter, die einfach im Meer fixiert werden, sollen das Müll-Problem angehen. Anstelle von Netzen können diese den Müll effektiver aufnehmen und sollen zudem auch keine Gefahr für Tiere und kleine Lebewesen im Meer darstellen. Diese könnten ganz einfach am Filter vorbei schwimmen oder unter diesem durch. The Ocean Cleanup hat insgesamt also an alles gedacht. Sogar an die finanziellen Aspekte.

Boyan Slat (Credits: Erwin Zwart/The Ocean Cleanup)

Denn: Das Projekt von Boyan Slat soll sich finanziell selber tragen. Die Filter sollen die erwähnten Tonnen Müll aus dem Meer entfernen. Hauptsächlich Plastik. Und dieser Plastikmüll soll anschließend verkauft und recyclet werden – und auf diese Weise sollen die Einnahmen – laut Slat – noch höher sein als die Kosten für die Filter-Produktion. Traut man den bisherigen Entwicklungen und den Prognosen, so soll The Ocean Cleanup sich also selber tragen und am Ende noch Gewinne erzielen. Auf diese Weise wäre die Reinigung des Ozeans also ein durchaus lohnenswerter Auftrag – und das in zweierlei Hinsicht.

Durch Zuschüsse – beispielsweise durch die Niederlande (500.000 Euro) sowie Crowdfunding auf Kickstarter (2.000.000 Dollar) – finanziert sich aktuell die Testphase. Auf diese Weise ist es Boyan Slat und seinem inzwischen 35-köpfigen Team überhaupt erst möglich, die Weichen für einen finalen Einsatz von The Ocean Cleanup zu legen.

Hauke

Ich bin Hauke. Blogger, Texter, Papa. Ich blogge hauptsächlich hier auf tagestexte.de. Zudem findet man mich auf Facebook, Twitter und Instagram.

2 Gedanken zu „The Ocean Cleanup: Müll tonnenweise aus dem Meer filtern

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